Tenzlers in Japan

Rundbrief #28 – 02.06.2026

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Liebe Familie und Freunde,

Wir hoffen es geht euch allen gut! Dieser Rundbrief erreicht euch aus Japan (weiter unten mehr dazu, was wir gerade in Japan machen).
Seit unserem letzten Update im März waren wir viel damit beschäftigt, nachdem entschieden wurde, dass wir nicht mehr mit OMF nach Japan ausreisen, unser Leben in Deutschland einzurichten. Wie wir euch schon geschrieben haben, verstehen wir Gottes Führung im Moment so, dass wir für zwei bis drei Jahre in Deutschland bleiben sollen und hier sowohl weiterhin missionarisch, evangelistisch und seelsorgerlich unterwegs sein werden, als auch das Buch schreiben werden, für das Gott uns schon vor Jahren Thema und Titel gegeben hat. Darin wollen wir sehr ausführlich, biblisch begründet und leicht verständlich die geistlichen Wahrheiten darstellen, die Gott uns über die letzten sieben Jahre eröffnet hat. Da dies ein großes Projekt zu werden scheint, werden wir versuchen auf unserer Homepage einzelne Kapitel hochzuladen – auch weil wir im Schreibprozess gerne eure Meinungen und Kommentare dazu hören wollen. Alles, was wir schreiben, soll öffentlich und kostenlos sein, denn auch wir haben es kostenlos empfangen.
Sonntagnachmittag in einem Restaurant am Strand von Otaru.

Reich Gottes in Bayreuth

Mit der Arbeit im Reich Gottes waren wir die letzten zwei Monate schon gut beschäftigt. Wir hatten regelmäßige Treffen mit verschiedenen Christen in Bayreuth und Umgebung für Seelsorge, Gemeinschaft und Gebet. Eines Tages im April wurden wir gleich dreimal an einem Tag von verschiedenen Leuten unabhängig voneinander gebeten, einen Hauskreis anzufangen. Und so trafen wir uns das erste Mal am 1. Mai in einer größeren Runde, um gemeinsam in der Bibel zu lesen, uns auszutauschen und für einander und für Bayreuth zu beten. An diesem Tag kamen Leute mit den verschiedensten Hintergründen zusammen: Ehemals katholisch oder aus der Esoterik kommend, oder mit einem evangelischen, freikirchlichen oder CVJM-Hintergrund. Das war für uns eine große Freude, weil wir schon länger das Anliegen hatten, dass die Leute, die wir bisher nur einzeln gekannt hatten, zusammenkommen und sich auch untereinander kennenlernen. Denn Gemeinde sind wir nur gemeinsam. Jesus hat jedem seiner Nachfolger eine Gabe gegeben, die sie oder er in der Gemeinschaft für alle zum Wachstum und zum Segen einsetzen soll.
Das erste Treffen starteten wir nach japanischer Manier mit einem Jiko-Shokai, d.h. einer Vorstellungsrunde, um das Eis zu brechen und die Leute schonmal miteinander vertraut zu machen. Was in Japan eigentlich sehr schnell abläuft, weil es bei fast jedem Treffen gemacht wird, denn es ist fast immer jemand dabei, der noch nicht alle kennt, hat sich bei uns rasch dazu gewandelt, dass jeder sehr ausführlich sein Zeugnis und Werdegang mit Jesus erzählt hat, was für alle sehr ermutigend war und einen guten Teil des Abends gefüllt hat.
Sonst waren wir im April damit beschäftigt, es uns in Bayreuth in der Wohnung, in der uns Julians Eltern mietfrei wohnen lassen, etwas langfristiger heimisch zu machen. Bisher hatten wir kaum irgendwelche Kisten ausgepackt, die wir bei unserer Ausreise im Jahr 2021 in Deutschland gelassen haben, weil wir zum einen nur auf Achse waren und zum anderen immer daran dachten, dass wir nach einem Jahr alles wieder einpacken hätten müssen. Jetzt machten wir uns aber doch ans Auspacken und verpassten auch dem Wohnzimmer einen neuen Anstrich, was pünktlich zu unserem ersten Hauskreis fertig wurde.

Gottes Versorgung

Wir freuen uns, dass ihr trotz der vielen Veränderungen in den letzten Monaten euch immer noch dafür interessiert, wie unser Weg mit Jesus weitergeht. Einige von euch unterstützen uns auch weiterhin finanziell, wofür wir unglaublich dankbar sind. Wir dürfen außerdem mit euch teilen, wie Gott uns pünktlich ab April ein kleines Einkommen verschafft hat.
Als wir 2018 aus unserem Haus auszogen und auf die Bibelschule gingen, entschieden wir uns das Haus erst einmal zu behalten und zu vermieten, um den Kredit weiterhin bedienen zu können. Da die ganze Miete in den Kredit floss, hatten wir aber kaum Einnahmen daraus. Mit der Zeit stellten wir auch fest, dass die Vermietung eines ganzen Hauses aus dem Ausland sehr umständlich ist und auch die Wahrscheinlichkeit immer mehr zunahm, dass größere Anlagen wie die Heizung erneuert werden hätten müssen. Daher entschieden wir uns das Haus zu Beginn unseres Heimataufenthalts 2025 zu verkaufen. Die freudige Überraschung dabei war, dass sich der Wert des Hauses seit dem Kauf inzwischen verdoppelt hatte. So hatten wir, nachdem wir den Rest des Kredits zurückgezahlt hatten, immer noch genug Geld übrig, um uns eine Eigentumswohnung in Bayreuth zu kaufen. Der Freund, der uns diese Wohnung verkauft hatte, blieb über die Zeit unseres Heimataufenthalts mit seiner Familie in der Wohnung wohnen und wir verlangten nur eine kleine Miete von ihm. Doch pünktlich im Februar zum Ende unseres Heimataufenthalts und unserer Zeit mit OMF, zog er in eine größere Wohnung. Wir richteten die Wohnung daraufhin schön her und vermieteten sie ab April als Ferienwohnung.
Im Mai geschah es nun, dass es in Bayreuth gebrannt hatte und sich ein Kontakt zwischen uns und der betroffenen Familie ergab, die jeweils für sich und für ihre Oma, die im Obergeschoss des Hauses gelebt hatte, dringend eine möblierte Wohnung gesucht haben. In Windeseile wurde ein Mietvertrag aufgesetzt und jetzt lebt die Oma für eine stattliche Miete auf Kosten der Versicherung in unserer voll ausgestatteten Ferienwohnung, bis der Brandschaden behoben ist, was aber voraussichtlich nicht vor Weihnachten passiert sein wird. So hat Gott einerseits dieser Familie geholfen und uns für eine Weile ein stabiles Einkommen geschaffen. Gott sei Dank!

Kurzer Abstecher nach Japan

Jetzt fragt ihr euch aber sicher, was wir gerade in Japan machen. Der Vertrag mit OMF hat zwar offiziell am 31. März geendet, aber wir hatten ja noch unsere Sachen im Lager von OMF Japan. Und so haben wir mit OMF ausgemacht, dass wir noch einmal nach Sapporo fliegen, das Lager räumen und uns nochmal ordentlich von den Missionaren auf dem Feld verabschieden. Der Flug war am 7. Mai und den oben erwähnten Mietvertrag unterschrieben wir genau einen Tag davor – also keinen Tag zu früh! In Japan angekommen, machten wir uns gleich an die Arbeit, unseren gesamten in Japan verbliebenen Hausrat auszupacken und durchzugehen, um zu sehen was wir noch behalten wollten. Da aber das meiste davon mehr zweckmäßig war und wenig emotionalen Wert für uns hatte, blieben nur wenige Kisten übrig. Diese schickten wir entweder zurück nach Deutschland oder ließen sie, falls zu schwer, in Japan bei Bekannten, die uns angeboten hatten einen Teil unserer Sachen für ein paar Jahre aufzubewahren.
Frühling in Sapporo.
Vor allem die Möbel und das Geschirr boten wir den anderen Missionaren an. Da die meisten Japan-Missionare von OMF in Sapporo anfangen, weil sich dort die Sprachschule von OMF befindet, gibt es unter den Missionaren dort eine Kultur des Weitergebens. Vor allem bei den Gebetstreffen, wo alle Missionare auf Hokkaido im OMF-Center zusammenkommen, wird immer ein sogenannter Dōzo-Table aufgebaut („dōzo“ sagt man in Japan, wenn man jemandem etwas anbietet). Und so ging es, Gott sei Dank, sehr schnell, dass wir für die meisten unserer Sachen ein neues Zuhause gefunden, und viele Missionare glücklich gemacht haben. Nur einen sehr kleinen Teil mussten wir letztendlich zum Second-Hand-Laden, und was dort nicht genommen wurde, zur Müllverbrennungsanlage fahren.
Dabei erleben wir wieder einmal, wie kompliziert das Müllentsorgungssystem in Japan ist. Zum einen ist es von Stadt zu Stadt unterschiedlich – zum anderen gibt es auch in jeder Stadt sich überschneidende Entsorgungsdienste. Während man zum Beispiel Kartons und Zeitschriften in Kitami zur normalen städtischen Müllsammlung vor der Haustür geben kann (aber getrennt vom normalen Papiermüll!), muss man in Sapporo die Sammlungen abwarten, die von den örtlichen Nachbarschaftsgemeinschaften durchgeführt werden, oder man fährt zum nächsten städtischen Recyclingcenter. In Kitami ist eine alte Tupperdose nichtbrennbarer Müll, in Sapporo brennbarer Müll. Zudem muss in Sapporo Metall in den nichtbrennbaren Müll, für den man extra Mülltüten kaufen muss und der alle zwei Wochen abgeholt wird – er wird also nach Volumen abgerechnet. Wenn man seinen Müll zur Müllverbrennungsanlage bringt, wird nach Gewicht abgerechnet, und sie nehmen auch Metall und Möbel mit Glasscheiben, aber kein Geschirr aus Glas oder Keramik. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir viel Spaß mit dem Entsorgen hatten.

Reich Gottes auf Hokkaido

Während dieser letzten drei Wochen, in denen wir mit der Auflösung unseres japanischen Haushalts beschäftigt waren, hatten wir auch viele Treffen mit anderen Missionaren und Freunden in Sapporo und Otaru, und konnten uns auch beim OMF-Gebetstreffen am 28. Mai offiziell vom Feld verabschieden. Auch hier brachte uns OMF sehr viel Unterstützung entgegen und alles lief sehr freundschaftlich und herzlich ab.
Am 29. Mai konnten wir, Gott sei Dank, alle Erledigungen abschließen und starten jetzt in den zweiten Teil unseres Japan-Trips bis zum 29. Juni, den wir mehr oder weniger auf Koffern verbringen werden. Wir habe vor, Freunde auf ganz Hokkaido von Kitami bis zum Toya-See zu besuchen und mit ihnen geistliche Gemeinschaft zu haben, zu sehen, wie es mit ihrem Lauf mit Jesus geht, zu hören, was sich alles getan hat, und weiter an Gottes Reich auf Hokkaido zu arbeiten – je nachdem wie Jesus uns führen wird.
Plakat, das einer unserer Missionarskollegen für die Hokkaido-Mission gestaltet hat.
Diese Zeit fängt auch gleich mit einer großartigen Sache an! Wir haben euch ja immer wieder von unseren Missionsreisen mit anderen Japan-Missionaren in Osaka, Kyushu und Shikoku erzählt. Jetzt kommen drei von ihnen rauf zu uns in den hohen Norden und wir machen eine Woche lang eine Hokkaido-Mission. Wir sind gespannt, was Gott durch uns tun wird. Wir möchten zusammen die Insel und ihre Bewohner segnen, viel beten, verschiedene Gemeinden besuchen und offen sein, für Gottes Wirken während dieses Trips.
Start unserer Hokkaido-Mission im Ōdori-Park in Sapporo vor dem Sapporo-Tower.
Bitte betet für diese Woche (1. Juni bis 8. Juni), dass Gott uns wunderbar gebraucht und betet noch einmal ganz besonders in dieser Zeit für Hokkaido, dass Gottes Geist hier frei wirken kann, die Herzen der Menschen erreicht und die Werke des Feindes vernichtet.
Insgesamt werden wir bis zum 29. Juni in Japan bleiben. Betet bitte, dass diese kurze Zeit viel Frucht für das Reich Gottes bringen wird, und dass er uns zeigt, wie es dann in Deutschland weitergehen wird.
Habt herzlich Dank für eure treue Begleitung auf unserem Weg mit Jesus, für euren Beistand im Gebet für Japan und für uns und für eure tatkräftige und finanzielle Unterstützung! Wir sind gespannt, was Gott weiterhin für uns bereithält und wie er uns gebrauchen wird.
Julian & Karolina

Julian und Karolina Tenzler sind mit Jesus für Japan unterwegs.

Sie helfen japanischen Christen ihr eigenes Umfeld und ihre persönlichen Netzwerke mit Gottes froher Botschaft zu erreichen. Dabei ermutigen sie diese im Vertrauen auf Gott, in der entschiedenen Nachfolge Jesu und in der lebendigen Gemeinschaft untereinander.

Spendeninformationen

Kontoinhaber: Julian Tenzler

IBAN: DE35 1203 0000 1016 8996 82

BIC: BYLADEM1001 (Deutsche Kreditbank)

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Julian & Karolina Tenzler
Albert-Einstein-Ring 28
95448 Bayreuth

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