Hallo, wir sind Julian und Karolina Tenzler aus Bayreuth. Diesen Bibelvers hat uns Julians Großvater, der evangelischer Pfarrer in Bayreuth war und uns 2010 getraut hat, als Trauspruch mit auf den Weg gegeben. Wir hätten uns nie vorstellen können, wie wörtlich sich dieser Vers in unserem Leben erfüllen würde.

Schon seit unserer Jugendzeit verbindet uns beide eine große Liebe zu Japan und eine Faszination für die Menschen und die Kultur dieses wunderbaren Landes. Wir lernten uns an der Universität in Bayreuth kennen, wo wir beide Mathematik studierten, und heirateten kurze Zeit darauf.

Nach ihrem Doppelabschluss in Mathematik und in BWL, fing Karolina an bei einem Stromnetzbetreiber zu arbeiten. Julian begann seine Doktorarbeit in Mathematik und gab verschiedene Kurse für Lehramtsstudenten an der Universität.

Während dieser Zeit engagierten wir uns aktiv in unserer örtlichen Gemeinde. Julian war im Predigtdienst tätig und verantwortlich für die Technik, während Karolina mithalf die Gottesdienste simultan vom Deutschen ins Russische zu übersetzen und eine Frauenstunde leitete. Wir hatten ein eigenes Haus in Bayreuth und eigentlich hätte es immer so weitergehen können, doch dann kam…

Unsere Berufung zu Gott

Anfang 2017 stellten wir beide fest, dass unser Alltag nicht wirklich so aussah, wie die Bibel das neue Leben in Christus beschrieb. Nach Jahren des gemeinsamen Christ-Seins sahen wir uns eher auf einer sich ständig wiederholenden Achterbahnfahrt. Es gab Zeiten, in denen wir Höhenflüge machten und das Leben mit Jesus spannend und faszinieren war, aber es gab auch andere Zeiten, in denen es wieder abwärts ging, und andere Dinge interessanter schienen und unser Leben einnahmen.

Wir beschlossen, dass es mit diesem ständigen auf und ab nicht mehr weitergehen sollte. Die Art und Weise, wie wir während unserer ersten sieben Ehejahre als Christen gelebt haben, brachte offenbar nicht die versprochene Frucht. Wir sehnten uns nach mehr Konstanz und Tiefgang in unserer Nachfolge und Beziehung mit Jesus.

Daher machten wir uns auf die Suche nach Predigten und Lebenszeugnissen, die genau das zum Thema hatten, und fanden den Vortrag „Pineapple Story“ von Otto Koning. Er arbeitete als Missionar unter den Eingeborenen im Dschungel von Neuguinea. In seinem Bericht erzählte er ganz offen wie ihm sein Festhalten an seinem Besitz und an seinen eigenen Plänen einen Misserfolg nach dem anderen bescherte und er es nicht schaffte die Menschen mit der Frohen Botschaft zu erreichen. Nach mehreren Jahren, als er am Ende seiner Kräfte war und sich als Missionar als völliger Versager fühlte, erinnerte ihn Gott an die Worte Jesu in Lukas 14,33:

„So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht allem entsagt, was er hat.“

Otto Koning wollte Jesus als sein Jünger nachfolgen. Und so erkannte er, dass dies nur möglich war, indem er sich von allen eigenen Bemühungen und Methoden, sowie von allem, vorauf er meinte ein Recht zu haben, lossagte. Von Jesu Worten tief berührt, entsagte er allem, was er hatte, und überließ es Gott, frei über sein Leben und seine Arbeit zu entscheiden. Sobald er dies getan hatte, fing Gott an mächtig einzugreifen und viele der Eingeborenen erkannten Gottes Wirken und verstanden, dass Er der wahre Herr ist.

Dieses Zeugnis sprach zu uns in ganz besonderer Weise und wir wussten tief in unserem Herzen, dass dies die Antwort auf unser Suchen war. Auch wir wollten echte Jünger Jesu sein. Und so sagten wir uns noch am selben Abend im Gebet von allem los und gaben unser Haus, Besitz, Zeit, Geld, Arbeit, Zukunft, Ansehen und Vorlieben an Jesus ab. Von nun an sollte Er über all diese Dinge und unser ganzes Leben frei verfügen dürfen und die Leitung übernehmen dürfen. Wir gaben alles in seine Hand, weil er sowieso viel besser für alles sorgen kann und die Verantwortung für alles bei ihm am besten aufgehoben ist.

Sobald wir das getan hatten und gespannt darauf warteten, was Gott mit unserem Leben tun würde, erlebten wir in kurzer Zeit ein Wunder nach dem anderen. Julian hatte zu dieser Zeit große Probleme mit seiner Doktorarbeit. Obwohl er schon mehrere Jahre daran gearbeitet hatte, verstand er die mathematischen Grundlagen seines Themas immer noch nicht. Jahr für Jahr wurden seine Sorgen über seine berufliche Zukunft größer und die seelische Last, die er mit sich herumtrug, größer. Nachdem er aber auch die Doktorarbeit Jesus komplett hingelegt hatte und sich entschieden hatte, es komplett ihm zu überlassen, ob diese Arbeit fertig werden und was aus seiner beruflichen Zukunft werden würde, erlebet er, wie Jesus das Ruder übernahm. Schritt für Schritt – so als hätte sich ein Schleier von seinen Augen gehoben – wurden die Dinge klarer für ihn und er machte rasch Fortschritte, sodass er die gesamte Forschung für die Doktorarbeit innerhalb nur eines Jahres beenden konnte.

Auch Karolina erlebte Unglaubliches auf ihrer Arbeit, nachdem sie Jesus zu ihrem Chef gemacht hatte. Wir erkannten, dass Jesus Hebel und Wege besitzt, die unsere Möglichkeiten bei Weitem übersteigen. So wurde Karolina zum Beispiel haarscharf vor dem Scheitern eines wichtigen Projekts bewahrt und von Gott mit unerklärlicher Kraft und Energie versorgt, um das Projekt noch vor der Deadline zu retten.

Unsere Berufung in die Mission

Drei Monate nachdem wir Gott alles hingelegt hatten, unternahm Gott mit uns den nächsten Schritt. Weil wir Otto Konings Dschungel-Abenteuer mit Gott so spannend und geistlich erfrischend fanden, hörten wir uns weiterhin seine Predigten und Berichte an. In einem dieser Berichte sprach er über 2. Korinther 10,4:

„Denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen.“

Und er gab mehrere Beispiele solcher geistlicher Waffen, die er in seinem Dienst identifiziert hatte. Darunter waren anhaltendes Gebet, Freude trotz widriger Umstände, Widerstand gegen Satan und seine Machenschaften, sowie Liebe und Barmherzigkeit für die eigenen Feinde. Am Ende der Predigt sagte er: „Wir haben all diese Waffen, um Menschen zu gewinnen. Wir können in jedes beliebige Land gehen und dort Gemeinden gründen mit dem was uns Gott gegeben hat“.

In diesem Augenblick pausierte Karolina das Video und sagte, sie hätte plötzlich das Wort „Japan“ in brennenden Buchstaben geschrieben vor Augen gehabt und Jesus sagen hören, dass wir beide als Missionare nach Japan gehen sollen. Julian hatte zwar nichts gesehen oder gehört, doch spürte er auf einmal einen tiefen Frieden in seinem Herzen und sagte ohne groß zu überlegen: „Wenn Jesus das will, dann gehen wir“. Wir wussten beide, dass uns Jesus gerade unmissverständlich in die Mission nach Japan gerufen hatte. Weil wir uns in den vergangenen Monaten schon darauf eingestellt hatten, dass Jesus jetzt der uneingeschränkte Herr unseres Lebens war, und schon so viele Bestätigungen erlebt hatten, fiel es uns interessanterweise nicht schwer, diesem Ruf zu folgen. Wir fingen sogleich an zu beten, dass Jesus uns die nächsten Schritte zeigen möge – auch weil wir keine Ahnung hatten, wie man überhaupt Missionar wird.